Dass Vernunft allein beim Auto keine Kaufanreize schafft, hat der mässige Erfolg des so genannten 3-Liter-Lupo bei VW gezeigt. Nicht zuletzt deshalb zog VW-Chef Bernd Pischetsrieder Konsequenzen und sagte: «Wir müssen ein Auto anbieten, das sehr sparsam ist und das auch viel Spass machen muss.» Volkswagen präsentierte deshalb einen Prototyp, der als einer der sparsamsten Sportwagen seiner Zeit Geschichte schreiben könnte. Seine bemerkenswerten Eckdaten, wie sie der Konzern aus Wolfsburg bekannt gab: 3,4 Liter Durchschnittsverbrauch, 230 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Moderner Leichtbau
Der Mittelmotor-Sportwagen wiegt dank Kohlefaser-Karosserie (CFK, kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe) nur 850 kg und soll in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Damit bietet der von einem neu entwickelten 100-kW-Turbodiesel der nächsten Generation angetriebene Sportwagen eine wohl zukunftsweisende Synthese aus rigoroser Sparsamkeit und souveräner Sportlichkeit. Werte von 230 km/h, 6,3 Sekunden, 3,4 Liter – das ist eine rekordverdächtige Kombination.
VWs Entwicklungsziel bestand jedoch nicht darin, Rekorde zu brechen. Vielmehr sollte mit dem EcoRacer ein Forschungsfahrzeug geschaffen werden, das die Elemente Sparsamkeit und Sportlichkeit unter dem Dach eines sehr emotionalen Designs vereint.
Das Design demonstriert mit einer neuen Sportwagen-Frontgestaltung, LED-Scheinwerfer- und Rückleuchten-Systemen, wohl geformten Proportionen und kraftvollen Linien eindrucksvoll, dass auch sparsame Autos faszinierend vorfahren können. Die Karosserie des EcoRacer ist 3,77 m lang, 1,74 m breit und nur 1,21 m hoch. Zwischen den eigens entwickelten 17-Zoll-Leichtmetallfelgen spannt sich ein Radstand von 2,48 Metern. Die Überhänge vorn und hinten sind extrem kurz.
Der Prototyp soll indes alles andere als ein Salonlöwe für Ausstellungen sein. Er kann ohne Einschränkung gefahren werden und dient als Technologieträger. Zudem ist der EcoRacer ein Multitalent: Sobald eine Tür geöffnet wird, schwenkt der darüberliegende Dachflügel nach oben und gibt einen optimalen Einstieg frei. Das komplette so genannte T-Bar-Roof ist abnehmbar. Und auch die Heckhutze lässt sich entfernen. Schliesslich kann der Windschutzscheibenrahmen als Modul gegen eine kurze Rennscheibe getauscht werden. Somit ist der EcoRacer erstens Coupé, zweitens Roadster und drittens Speedster.
Kleiner, starker Turbodiesel
Im Hinblick auf das Design fällt vorne besonders die Gestaltung des Kühlergrills und der übereinander liegenden Doppelscheinwerfer auf. Sie zeigen eine Frontpartie, wie sie morgen oder übermorgen in ähnlicher Form für sportliche Modelle denkbar wäre. Im Bereich der B-Säulen prägen die für einen Mittelmotor-Sportwagen typischen Lufteinlässe das Bild.
Der TDI-Motor des EcoRacer spiegelt die Zukunftsentwicklung des Dieselaggregates wider: sauber, stark und sehr anpassungsfähig. Der 1.5 TDI befindet sich noch in der Erprobung. Ähnlich wie der neue Twincharger (TSI) seitens der Benzin-Direkteinspritzer zeichnet auch den Turbodiesel-Direkteinspritzer höchste Agilität bei geringstem Verbrauch aus. Die VW-Entwickler sprechen von einem hoch aufgeladenen Downsizing-Konzept.
Der Vierzylinder leistet bei 4000 U/min 136 PS/100 kW. Zwischen 1900 und 3750 U/min entwickelt der 1484 cm3 grosse Vierventiler ein Drehmoment von über 250 Newtonmetern. Verdichtet ist er mit 17,2:1. Das ebenso kompakte wie leichte Aggregat erfüllt – nicht nur im EcoRacer – die für die EU-5-Abgasnorm geplanten Werte. Geschaltet wird der Turbodiesel über das automatisierte Doppelkupplungsgetriebe DSG.
Der erstmals im EcoRacer vorgestellte 1.5 TDI besitzt unter anderem das Potenzial zur Realisierung des so genannten CCS-Verfahrens. CCS (Combined Combustion System) ist ein neuartiges Brennverfahren, das unter Einsatz synthetischer Kraftstoffe die Vorteile der Diesel- und Benzinmotoren vereint.
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