Wenn Kinderwagen draußen bleiben

By jucinchakrit

Wenn Kinderwagen draußen bleiben

Von A. Beißer, B. Winkler

und S. Lötsch

Ein Fürstenwalder berichtet, dass es in der Spreestadt auf der Linie 1 (Südlinie) im Berufsverkehr immer wieder Probleme gebe, wenn schon mal drei oder vier Kinderwagen an der Haltestelle stehen. Auch wenn der Busfahrer den Einstig zulasse, sicher sei der Transport nicht.

BOS-Prokurist Siegfried Heyse sagte auf Nachfrage, dass ihm so ein Engpass vor Monaten mal zu Ohren gekommen sei, es aber keine permanenten Beschwerden gebe. Letztlich ließe sich an der Situation aber kaum etwas ändern. In den meisten Fahrzeugen, die im Stadtverkehr in Fürstenwalde eingesetzt werden, können laut Heyse regulär zwei Kinderwagen oder ein Krankenfahrstuhl abgestellt werden. Für beide Städte seien in diesem Jahr je drei neue Busse angeschafft worden, von denen zumindest zwei ständig im Einsatz sind und Platz für drei Kinderwagen bieten. Im Regionalverkehr, also auf allen Überland-Linien, verkehren Busse, die lediglich einen Kinderwagen, maximal zwei Sportwagen aufnehmen können. Mehr Kapazität, so der Prokurist, sei nicht drin, weil das ja zu Lasten der Sitzplätze ginge.

In den Beförderungsrichtlinien gebe es zu dem Thema auch nur einen Gummiparagrafen, so Heyse. Übersetzt steht da, dass die Mitnahme zugelassen sei, wenn die Bauart des Busses den sicheren Transport zulasse. Zudem solle der Fahrer Kinderwagen und Krankenfahrstühle nach Möglichkeit nicht zurückweisen. Was letztere anbelangt, so habe die BOS schon einiges verbessert. Fünf der 10 Busse im Stadtverkehr verfügen laut Heyse über eine Rampe. Zudem sind diese Busse extra gekennzeichnet und auch dem Fahrplan zu entnehmen.

“Wenn sich Kinderwagen regelmäßig stauen, kann ich den Müttern und Vätern nur vorschlagen zu prüfen, ob sie auch einen Bus eher oder später fahren können”, schlägt Heyse vor.

Ein besonderer Brennpunkt ist die Linie 1 von Fürstenwalde Süd über Platz der Solidarität nach Nord. Dort wollen an manchen Tagen bis zu sechs Mütter mit Kinderwagen mit. Der Busfahrer darf aber nur zwei einsteigen lassen, die anderen müssen draußen bleiben. Das schürt Ärger bei den Fahrgästen.

Peter Apitz, Sprecher der Lokalen Agenda 21-Gruppe “Menschen mit Handicap” hat noch nicht davon gehört, dass es speziell für Rollstuhlfahrer auf Strecken des Busverkehrs zu Platzproblemen gekommen sei. “Das ist mir nicht bekannt.” Nach zähen und hartnäckigen Verhandlungen konnte vielmehr erreicht werden, dass Busse mit mobilen Rampen ausgerüstet werden, sodass Rollstuhlfahrer nun besser in den Bus gelangen.

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